St. Martin

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Kirche St. Martin
Propsteistraße 11
65795 Hattersheim

Über das Gotteshaus

Die katholische Pfarrkirche St. Martin steht im Zentrum des Ortskernes von Eddersheim, auf einer leichten Hangkante oberhalb des Mainvorlandes und an einer alten Furt durch den Main.

Eine Kirche bestand bereits im 14. Jahrhundert. Das Patronat des Mainzer Domprobstes, der viele Jahrhunderts Landesherr war, ist für 1365 belegt. Der Bauern- und Fischerort Eddersheim litt sehr während des 30jährigen Krieges. 1622 wurde die Kirche durch Truppen der Union ausgeraubt und in Brand gesetzt. Der Nachfolgebau von 1652 wurde 1728 - 1741 durch einen Neubau ersetzt: Eine Saalkirche mit 3seitig geschlossenem Chor und 2stöckigem Hauben-Dachreiter, errichtet in Sandstein-Bruchstein-Mauerwerk.

Erwähnt sei, dass es Domprobst Hugo Franz Karl zu Eltz 1762 gelang, den Portiunkula-Ablass von der Mönchhofkapelle auf die Eddersheimer Pfarrkirche zu übertragen. Der Ablass, benannt nach dem volkstümlichen Namen der ursprünglich winzigen Kapelle Santa Maria degli Angeli nahe Assisi, war ein auf Bitten des Hl. Franziskus 1216 bewilligter vollkommener Ablass, der jedem die Sündenstrafen erließ, der zwischen dem Nachmittag des 1. und des 2. August nach Reue und Beichte die Portiunkula-Kirche besuchte. Dieser Ablass wurde später auf die Kirchen der 3 Orden des Hl. Franz ausgedehnt und vom Mönchhof, der den Mainzer Clarissinnen gehörte, schließlich nach Eddersheim übertragen. Der Portiunkula-tag war lange ein großer Festtag in Eddersheim, der Tausende von Wallfahrern in den Ort zog.

Im Zuge der Industrialisierung wuchs die Einwohnerzahl Eddersheims stark an und es wurde eng im barocken Kirchlein. Ein Kirchenbauverein wurde gegründet, der bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges 93.000 Mark für einen Neubau sammelte. Das Geld fiel der Inflation zum Opfer. In den 30er Jahren ging man das Vorhaben erneut an, jetzt jedoch als Erweiterung. Nach Entwürfen der Frankfurter Architekten Hans und Christof Rummel wird 1934/35 im Süden ein Chor mit Sakristei, im Norden ein neues, 17 m langes und 11 m breites Hauptschiff angefügt. Große Rundbogenfenster machen die Kirche hell. Weil auch für die Erweiterung das gleiche Sandstein-Bruchstein-Mauerwerk verwendet wurde, entstand ein homogenes Ganzes.

Die Innenausstattung wird durch barocke Elemente geprägt. In der Mitte des 17. Jahrhunderts entstand der Taufstein. Er ist sandsteinrot und achteckig. Die Taufschale sitzt auf einem Schaft über der Basis. Der plastische Schmuck an Becken und Schaft zeigt Köpfe, Reben, Früchte und Blumen. Deutlich ist hier der Einfluss des Manierismus. Hochaltar und Seitenaltäre stammen aus der 2.Hälfte des 17.Jahrhunderts. Der Hochaltar wurde 1656 vom Mainzer Schreiner Johann Balthasar Seydel geschaffen.

Eine Stiftung des Domprobstes von Eltz ist die qualitätvolle Kreuzigungsgruppe im früheren Chor, 1747 von den Brüdern Sebastian und Caspar Hiernle gearbeitet. Ebenfalls Schenkungen von Graf Eltz sind die großen Ölgemälde an den Seiten des Langhauses: Die Martyrien der Hl. Andreas und Sebastian sind Werke des Mainzers Anton Heideloff.

Am Barock orientiert sich auch die Orgel, im Klangbild ebenso wie im Orgelprospekt. Sie wurde 1983 von Hoffmann in Ostheim vor der Rhön gebaut. Es ist eine Pfeifenorgel mit mechanischer Traktur, 2 Manualen und Pedal. Die 22 Register verfügen über 1.444 Pfeifen.

St. Martin besitzt 3 Glocken: eine aus dem Jahr 1922 (e´´) und zwei weitere, die 1949 geweiht wurden (d´´ und g´´).

Literatur: Bruno, Karl-Wilhelm: Geschichte von Eddersheim, 1965

Gottesdienste
So
09:30 
1.3.5.
Hochamt
11:00 
2.4.
Hochamt


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