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Christine Krempel wird Gemeindereferentin

„In der Seelsorge tätig zu sein, das ist mein Weg“

Am 3. Juli erhält Christine Krempel im Limburger Dom die Aussendung als Gemeindereferentin. Der Bischof übergibt ihr die Missio canonica und die Missio homiletica, die Erlaubnisse zu lehren und zu predigen. Und das Aussendungskreuz, das sie bei liturgischen Feiern tragen wird.

Christine Krempel hat ein wichtiges Ziel erreicht: „In der Seelsorge tätig zu sein, das ist mein Weg“. Die zierliche, ruhige, aber innere Kraft ausstrahlende Mittvierzigerin hat lange und intensiv darauf hingearbeitet.

Christine Krempel stammt aus dem Westerwald. In Westerburg ist sie aufgewachsen. Aushilfsweise war sie Messdienerin - eigentlich durften das damals nur Buben. Später arbeitet sie in der Ökumene mit. Sie wird Fachverkäuferin. In Westerburg lernt sie Markus Krempel kennen, als er dort seinen Wehrdienst absolviert, und folgt ihm nach der Eheschließung 1982 nach Hattersheim. Mitte der 80er Jahre kommen die beiden Söhne zur Welt.. Als ihr Ältester zur Kommunion geht, beginnt sie ihre Arbeit als Katechetin: Sie macht die Kinder mit dem Glauben vertraut und führt sie hin zur Erstkommunion. 13 Jahre lang ist sie Katechetin, betreut Erstkommunikanten und später auch Firmbewerber. Sie ist Kommunionhelferin und bringt Kranken die konsekrierte Hostie.

2002 beginnt sie ein Fernstudium der Theologie an der Katholischen Akademie Domschule Würzburg. Nach fünf Jahren wird sie die Voraussetzungen erworben haben, um als Gemeindeassistentin tätig zu sein. Aber es ist ein harter Weg. Drei theoretische Grundkurse, jeweils 15 Monate umfassend, gelten zunächst den Grundlagen der Theologie, dann der theologischen Vertiefung und schließlich der Pastoraltheologie, der Vielfalt der seelsorgerischen Aufgaben.

Das Erarbeiten des Lehrstoffes ist mehr als ein Halbtagsjob. Die Lerngruppe wird von Theologen begleitet und trifft sich alle vier Wochen ganztags in Wiesbaden, um gemeinsam das Gelernte zu vertiefen. Ehemann und Söhne geben ihr volle Unterstützung: „Manchmal haben wir zusammen gelernt. Die Buben für ihr Abitur und ich für mein Fernstudium.“

Das Studium ergänzt ein Praktikum. Für ein Jahr arbeitet sie in der Gemeinde St. Vitus in Kriftel mit und lernt die Breite ihres künftigen Arbeitsgebietes kennen: die Tätigkeit für die Gemeinschaft, die Verkündigung, das Gestalten von Gottesdiensten und die Diakonie. Was ihr am meisten Spaß gemacht hat? „Alles, die Vielfalt. Das Arbeiten mit Kindern, Erwachsenen und Senioren.“

2007 beendet sie das Praktikum. Ein Jahr lang gibt sie jetzt Religionsunterricht an einer Schule in Wicker. Mit einer Ausnahmegenehmigung betreut sie die 1. und 2. Klasse und macht Krankheitsvertretungen.

2008 bewirbt sie sich beim Bistum als Gemeindeassistentin. In zweijähriger Ganztagsarbeit wird sie sich das Rüstzeug für die Gemeindereferentin erwerben. Ein Jahr lang ist sie in Sulzbach, das zweite Jahr in Weilbach tätig, wo ihre Mentorin Kornelia Schattner sie nicht nur fördert, sondern ihr „auch viele persönliche Dinge mit auf den Weg gibt“.

Am 19. Mai 2010 besteht Christine Krempel ihre Prüfung. Am 15. August wird sie eine Vollzeitstelle als Gemeindereferentin antreten: „Für mich ist es ganz wichtig zu wissen, dass Gott mir in der Taufe und der Firmung seinen heiligen Geist gegeben hat. Ihn will ich in meinem Reden und Handeln weitergeben, anderen Mut machen, ihnen Trost und Hilfe geben. Und deutlich machen, dass jeder Mensch von Gott so geliebt und angenommen ist.“

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