Bilder: Einweihung der erneuerten Kindertagesstätte St. Martinus Hattersheim
23.06.2013 11:49

Licht und großzügig, hier möchte man gerne sein: Das ist der erste Eindruck, wenn man die Katholische Kindertagesstätte St. Martinus in der Hattersheimer Schulstraße betritt. In einem dreiviertel Jahr wurde die bisherige Kindertagesstätte baulich, technisch und energetisch total saniert und um einen Neubau ergänzt.

Am 25. September 2012 fand der 1. Spatenstich für dieses anspruchsvolle Vorhaben statt. Ende 2012 war die energetische Sanierung der beiden Altbauten abgeschlossen. In den letzten Tagen des Mai 2013 konnten die vier Kita-Gruppen aus ihrer provisorischen Unterkunft im Gemeindezentrum St. Barbara wieder in ihre erneuerten Räume an der Schulstraße zurückkehren. Und zum 1. August 2013 wird die erste, zum 1. November 2013 die zweite U3-Gruppe für jeweils 10 Krippenkinder im Alter bis zu 3 Jahren den Betrieb aufnehmen.

„Stunden um Stunden ihrer Freizeit haben die ehrenamtlichen Mitglieder unseres Verwaltungsrates in vielen abendlichen Treffen in dieses Vorhaben investiert“ stellt Pfarrer Franz Lomberg fest. „Gemeinsam mit unseren hochengagierten Erzieherinnen und in vorbildlicher Zusammenarbeit mit den Architekten konnte diese enorme Leistung vollbracht werden.“

Die bisherige Kindertagesstätte St. Martinus war 1955 als Kindergarten fertiggestellt worden. Von Anfang an bestand der Komplex aus dem zweigeschossigen ursprünglichen Schwesternhaus und einem eingeschossigen Massivbau für die Gruppenräume. Diese Altsubstanz wurde völlig entkernt. Überraschungen blieben nicht aus. So erwies sich das Dachgebälk des eingeschossigen Baues als völlig marode. Es wurde durch eine neue Betondecke ersetzt. Dabei wurde die Decke des Flures erhöht und so der Lichteinfall verbessert.

Im eingeschossigen Bau bleiben die Räume der bisherigen vier Kita-Gruppen: zwei Gruppen mit jeweils 25 Kindern im Alter von 3 - 6 Jahren, eine integrative Gruppe mit 20 Kindern, unter denen auch Behinderte oder von der Behinderung Bedrohte sind, und eine Altersstufen übergreifende Gruppe mit je 10 Kindergarten- und Schulkindern. In diesem Gebäudeteil wurde der Flur vergrößert und die Toiletten wurden komplett erneuert.

Im Erdgeschoss des ehemaligen Schwesternhauses bleibt ein Büro für die Verwaltung erhalten. Es gibt einen Integrationsraum, in dem behinderte Kinder besonders gefördert werden. Und neben der Küche, in der das Essen frisch bereitet wird, entsteht eine Kinderküche, in der den Kleinen nahegebracht wird, wie man selber kocht - in Zeiten von Fast- und Tiefkühl-Food ein höchst dankenswertes Projekt.

Blickt man von der Schulstraße aus auf die Kita, so sieht man direkt hinter dem ursprünglichen Schwesternhaus einen Neubau mit drei voll nutzbaren Geschossen. Die bisherige Nutzfläche der Kita von 1.077,5 qm stieg damit um 413,5 qm auf insgesamt 1.491 qm. Im Tiefgeschoss des Neubaus ist ein Kreativraum und ein Intensivraum. Das Erdgeschoss nimmt einen großen Mehrzweckraum auf. Vor diesem Mehrzweckraum liegt eine etwa 50 qm große überdachte Terrasse. Im Obergeschoss des Neubaus und des ehemaligen Schwesternhauses sind die beiden Gruppenräume für die Krippengruppen mit Schlafräumen, Nebenräumen, Toiletten, Bad und Dusche. Außerdem wird es auf dieser Ebene eine große Terrasse geben, damit die Kinder im Freien spielen können.

Mit den beiden Krippengruppen stehen ab November 2013 sechs Gruppen mit insgesamt 110 Plätzen zur Verfügung. Vom Baby bis zum Zehnjährigen reicht dann die Altersspanne.

„Mit der erstmaligen Einrichtung von zwei U3-Gruppen,“ so Pfarrer Franz Lomberg, „ werden wir, genauso wie auch die evangelische Kirchengemeinde, unserer Verantwortung gegenüber den Menschen in dieser Stadt gerecht und leisten einen wichtigen Beitrag für eine optimale Betreuung und Erziehung unserer Kleinsten.“

Bei den gesamten Baumaßnahmen wurden sehr hohe energetische Standards verwirklicht. Fenster und Türen wurden erneuert, Keller, Außenwände, Decken und Dachflächen wärmegedämmt. Das geht soweit, dass selbst der Kellerboden des Neubaus eine Wärmedämmung erhielt. Die komplette Kita hat Fußbodenheizung. Die Heizung wird durch eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach des Neubaus unterstützt. Mit erheblichen Einsparungen bei den Betriebskosten ist also zu rechnen.

Den Abschluss der Baumaßnahmen, die von den Architekten Milena Knap-Gradinger und Reinhard Uttenweiler geplant und betreut wurden, bildet schließlich die Erneuerung der Außenanlage mit Spielbereichen und Grünflächen, Bäumen und Sträuchern.

Bauträger dieser Maßnahmen ist die Katholische Kirchengemeinde St. Martinus Hattersheim. Die Kosten von insgesamt rund 2,3 Millionen Euro teilen sich die Stadt Hattersheim, das Land Hessen und der Bund gemeinsam mit dem Bistum Limburg und der Kirchengemeinde St. Martinus.