Bilder: Junger Gottesdienst am 3. Advent - Samstag, 15.12.2018
16.12.2018 10:21

Gaudete … freut euch. 
Ein Imperativ.
Also los jetzt, fangt an euch zu freuen. 
Keine Frage, keine Bitte, keine Empfehlung … ein Befehl.

Widerstand kommt auf:
Zur Freude lass ich mich doch nicht zwingen.
Geht doch auch gar nicht.
Das wäre eine Farce, ein Schauspiel.

Und trotzdem:
Wie viele von uns unterstellen sich – bewusst oder unbewusst - diesem Befehl.
Freut euch.
Kauft ein. Schleppt herbei.
Schreibt Weihnachtskarten.
Dekoriert Haus und Hof.
Ergebt euch der Glühwein-Seligkeit.
Und bei all dem: Freut euch!

Wohin das führen kann, haben wir gesehen.
Das Wettrüsten um die Freude endet darin, dass alle Lichter ausgehen.
Geblendet vom Licht wird uns schwarz vor den Augen … und um die Seele.
Wir haben es übertrieben … ganz bewusst, ganz unbewusst.

Gaudete … freut euch.
Eigentlich ist dieser Imperativ ganz zart, zurückhaltend.
Kein Befehl, eher ein Gefühl, das sich Bahn bricht.
Etwas nimmt seinen Lauf und nimmt uns mit, lädt uns ein.

Die Liturgie spielt mit dieser Einladung.
Die liturgische Farbe dieses Tages ist ein zartes Rosa.
In das Violett der Adventszeit bricht das klare Licht der nahenden Weihnacht ein.
Wie das Schimmern des Sonnenaufgangs am frostklaren Morgenhimmel.

Etwas Verheißungsvolles bahnt sich an.
Ein Wunder nimmt seinen Lauf.
Und nimmt uns mit, lädt uns ein.

Gaudete … freut euch.
Das Licht bricht ein …
Ganz zart kündigt es an, was mein Herz ergreift.
Gott wird mir Mensch.
Legt sich mir ans Herz.
Will mich froh machen.
Froh machen in meinem Mensch-Sein.

Gaudete – ich mache dich froh.
Nur darum geht’s.
Alles andere ist Deko.